mixing details

Unsere Philosophie

Oder: Was Dahinter Steckt

Obwohl, und gerade weil digitale Emulationen von analogem Equipment mittlerweile reichlich und in guter Qualität angeboten werden, ist die Greenroom Mixing Suite mit grossem Aufwand als Hybridstudio konzipiert.

Grundlage ist die Überlegung, dass die in den vergangenen Dekaden zur Verfügung stehende Technologie den damals entstandenen Produktionen einen besonderen Stempel aufgedrückt haben. So zwang die sehr begrenzte Verfügbarkeit von Kanälen auf Mischpulten und Bandmaschinen die Verantwortlichen Techniker und Produzenten generell zu Kompromissen, daraus ergaben sich aber auch nicht selten sehr kreative und unübliche Herangehensweisen.

Eben diese begrenzten Mittel und unkonventionelle Lösungen sind mitverantwortlich für die Atmosphäre dieser Produktionen ,die mit rein digitalen Produktionsmethoden nicht erreicht werden kann. Grund dafür ist nicht allein die Unmöglichkeit, analoge Schaltkreise und deren nichtlineare Phänomene zu 100% digital zu replizieren, ohne Zweifel spielt auch die Handhabung der “Echten Hardware” eine grosse Rolle beim klanglichen Endergebnis.

Sogar der Drehwiderstand von alten Reglern und eventuelles Knacksen bei Schaltvorgängen verändern das Ergebnis. Jede so erzeugte Effektspur wird zu einer einzigartigen Aufnahme die zum Gesamtergebnis beiträgt.

Manchmal sind ein paar Durchgänge nötig um das optimale Ergebnis zu erzielen, jeder Durchgang ist aber individuell und nicht zu 100% replizierbar.

Ein typisches Beispiel dafür ist ein Tape Delay, das uns sowohl als 60Jahre altes Original, als auch als hochqualitative digitale Emulation zur Verfügung steht.
Während die Emulation über den Bildschirm mit der Maus gesteuert wird, ist es mit dem Original möglich zwei oder gar drei Regler gleichzeitig zu bedienen und dadurch Ergebnisse zu erzielen, die sich schon alleine dadurch von einer digitalen Replikation unterscheiden.

Auch ist das Verfahren etwas Aufwändiger und erfordert dass Titel für Titel erarbeitet und abgeschlossen werden sollte, da es, im Gegensatz zu rein digitalen Produktionen, kein “total recall” auf Knopfdruck gibt.

Doch gerade diese Herangehensweise trägt zu Produktionen mit besonderer Atmosphäre bei, im Studio während der Arbeit , und letztendlich beim Hörer, ob komprimiert über Stream, High Resolution Digital oder analog auf Vinyl.

Die Umsetzung

Wie funktioniert das Zusammenspiel beim Mixdown?

Der Mixdownprozess besteht einerseits aus dem Bearbeiten der einzelnen Spuren durch das Einschleifen von analogen Equalizern und Dynamikprozessoren, andererseits durch digitale Filterung und Dynamikmanipulation. Effekte die durch Hardware erzeugt werden, werden in einem oder mehreren Takes aufgezeichnet, sodass die entsprechenden Geräte nach dem Aufzeichnen für andere Instrumente zur Verfügung stehen.

Das Pure Compessor Plugin der Firma Flux: ist eines unserer Standardwerkzeuge in der digitalen Domain.

Ein grosser Vorteil vieler innovativen PlugIns ist der Umstand, dass damit processing bewerkstelligt werden kann das in der analogen Domain nicht möglich ist. Durch die vielfältigen Analysemöglichkeiten bis hin zur FFT bieten PlugIns Problemlösungen und ultra transparente Bearbeitungsmöglichkeiten die immer dann zum Einsatz kommen wenn das Timbre und Klangfarbe nicht verändert werden sollen.

Mit hochqualitativen digitalen Filtern ist es möglich Klangbearbeitung durchzuführen, die mit analogen Geräten undenkbar sind. Zum Einsatz kommen diese immer dann, wenn:
Das Ausgangsmaterial entweder klanglich perfekt ist und lediglich transparente Eingriffe zur Begrenzung der Bandbreite (Frequenz) oder Lautheit (Dynamik) erforderlich sind.
Das Ausgangsmaterial fehlerhaft und somit reparaturbedürftig ist. Durch höchstqualitative native und DSP basierte Plugins lassen sich mit digitalen Filtern störende Frequenzen eliminieren oder die Dynamik elementar verändern.

Der Übergang ist dabei fliessend, oft werden Signale erst digital vorbereitet und dann auf analogem Weg so bearbeitet, dass sich sich organisch in den Mix einfügen. (Das heutzutage vielbemühte generische “Aufwärmen” und “Anwärmen” geschieht bei uns maximal in der Studioküche).

Auch das Zusammenfügen , der Mix der einzelnen Signale erfolgt teilweise digital und teilweise analog, je nachdem was die Umstände erfordern.

Die universelle Lösung für den besten Mix gibt es nicht.
Diese Herangehensweise setzt sich auch beim Zielmedium fort: Ob hochauflösend digital mit Samplingraten von 192kHz, auf 1/2 Zoll stereo Band oder auf unserer komplett restaurierten Studer C37 Röhrenbandmaschine, der Musikstil, konzeptionelle Vorstellungen, das Budget (Bandmaterial ist leider mittlerweile nicht mehr Standard und teurer als Festplatten), und nicht zuletzt natürlich der subjektive Höreindruck entscheiden.
Sollten einzelne Instrumentenstämme gewünscht sein, kann auch das, wenn gewünscht analog auf 1” Band ,geliefert werden.

Vorbereitung:

Bevor Es Los Geht…

Um die Zeit im Studio optimal nutzen zu können und Missverständnisse zu vermeiden sollte das zu mischende Material entsprechend vorbereitet sein.

Wir stehen gerne für ein Treffen vorab zur Verfügung.

Idealer Weise sollte es ein Session File pro Titel, mit entsprechendem Ordner für die Audiofiles und klarer Benennung sein.

Wenn klar ist, welche Takes verwendet werden, sollten auch nur diese in den jeweiligen Session Files enthalten sein. Oft werden entsprechende Entscheidungen während des Mischens getroffen, zusätzliche Overdubs sind natürlich auch möglich. Wir arbeiten momentan hauptsächlich mit Nuendo7, d.h. auch Cubase Sessions können direkt geöffnet werden. Alternativ dazu sind auch Logic Sessions möglich, steht das Arrangement fest, können auch einzelspuren ohne Session file angenommen werden, sofern diese alle zur selben Zeit beginnen.

Anschliessend wird mit dem Klienten der Zeitplan festgesetzt.

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Das individuelle Konzept…

… und die beiden Möglichkeiten

Ist das Material vorbereitet und die Sessions sind angelegt, bieten sich zwei Konzepte an, möglichst viel in der  Workstation „In The Box (ITB)“ zu erledigen, oder das vorhandene analoge Outboard extensiv zu nutzen.

Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile:

ITB bietet den Vorteil dass die Arbeitszeit (und somit die Studiozeit) verkürzt wird da z.B. das Aufnehmen von analogen Effekten in echtzeit entfallen. Auch sind die Sessions jederzeit vollumfänglich speicher- und abrufbar. ITB basiert dabei aber ausschliesslich auf digitaler Barbeitung, die Klangfarbe wird z.B. lediglich durch Emulationen bestimmter Hardware Klassiker erzielt.

Fällt der Entschluss zugunsten der Verwendung von analogem Outboard, bedeutet dies einen höheren zeitlichen Aufwand, auch werden in der Regel ferig gestellte Mixes nicht mehr neu aufgelegt wenn sie einmal abgeschlossen sind. Der Lohn für diese Eischränkungen ist allerdings die Einzigartigkeit der klanglichen Signatur und damit der Produktion.

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Ablauf der Sessions

… auf gutes Gelingen !

Der Sessionablauf ist so individuell wie das Material und unsere Kunden, folgende Strukturen haben sich aber als sinnvoll erwiesen:

Nach erfolgtem Gespräch und Durchhören der Referenzen mit dem Klienten, verbringen wir ersteinmal einen Studiotag alleine mit dem Material, um dadurch unvoreingenommen an den Mix heran gehen zu können.

Im Anschluss daran sind Musiker wie Produzenten herzlich willkommen den Mixingsessions beizuwohnen. Sinnvoller Weise sollten dabei die für die Produktion verantwortlichen Personen eingebunden sein. Es gibt für alle nichts unbefriedigenderes wenn am Ende eines Studiotages Entscheidungsträger erscheinen und die an diesem Tag geleistete Arbeit verwerfen weil die Produktion in die falsche Richtung geht.

Im weiteren Verlauf entsteht üblicherweise durch die Zusammenarbeit ein gleiches Klangverständnis, sodass gegen Ende der Produktion die Anwesenheit des Kunden , sollte dies nicht möglich sein, nicht mehr unbedingt notwendig ist.

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